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[Rezension] Schuld von Grit Poppe

Titel: Schuld
Autor: Grit Poppe
Seitenzahl: 368
Verlag: Dressler Verlag

Klappentext:
Jana ist fünfzehn, lebt mit ihren linientreuen Eltern in der DDR und ist
zum ersten Mal verliebt. In Jakob. Aber ihre Eltern verbieten ihr den
Umgang mit Jakob. Sie nennen ihn einen Staatsfeind. Außerdem hat Jakobs
Familie einen Ausreiseantrag gestellt. Sieht Jana ihren Freund
vielleicht bald nie wieder? Und dann verschwindet Jakob wirklich. Er
landet im Gefängnis, weil es in seinem Land gefährlich ist, Kritik am
System zu üben. Jana vermisst Jakob so sehr und macht sich schreckliche
Vorwürfe. Hätte sie besser auf ihn aufpassen müssen? Wurde Jakob
verraten? Und war das vielleicht sogar ihre Schuld? (Quelle: Verlag)

Meine Meinung:
Das Cover passt so wunderbar zur Geschichte, die leicht angegrauten Farben erinnern an die „fade“ Zeit und das Mädchen versucht den Jungen zu erreichen, aber dieser wendet sich von ihr ab. Der angenehme Schreibstil der Autorin schafft es dieses doch schwierige Thema verdaulich und anspruchsvoll zu gestalten.

Den Einstieg in das Buch fällt leicht, wir erleben Jana im Jahr 1992, sie ist alleine und verzweifelt auf der Suche nach Jakob. Dann kehren wir zurück in die Vergangenheit und
erleben wie Jana 4 Jahre zuvor Jacob begegnet, kennenlernt und sich in ihn verliebt.

Die Schilderung des Alltags in der
DDR fand ich sehr gut getroffen, man merkt einfach, dass hier jemand
seine wahren Erlebnisse aufgeschrieben hat. Vieles aus dem Schulalltag
hat mich dann sogar zum schmunzeln gebracht, spätestens beim
„Jägerschnitzel“, mit Tomatensoße und Makkaroni, und beim „Sport..“ „Frei!“ fühlte ich
mich total zurück versetzt an meine Grundschulzeit.

Jana ist ein sehr scheues und auch teilweise naives Mädchen, sie glaubt an
das was ihre Eltern sagen und scheint nicht viel zu hinterfragen, sie
macht sich kaum Gedanken über andere Menschen, was sie etwas egoistisch
erscheinen lässt.
Jacob hingegen ist für mich ein absoluter Rebell,
der weis, dass er weg will. Er hat die kleinen feinen Fehler im Netz der
DDR erkannt und hofft nun mutig genug zu sein um darauf zu zeigen und
seine Meinung zu sagen.
Die Freundschaft zwischen Jana und Jacob ist
für allem für Jana ein Gewinn, denn sie lernt endlich auch selbst zu
denken und sich zu finden. Durch Jacobs Augen sieht sie die Welt anders, und neu, sie lernt Dinge zu hinterfragen. Vor allem Jana’s Vater ist diese Wandlung ein Dorn im Auge, es wird
schnell klar, dass er einen anderen Umgang für seine Tochter möchte.
Doch Jana und Jacob müssen nicht nur ihm gegenüber ihre Liebe beweisen, auch das Regime ist gegen diese Beziehung, und vor allem gegen das Gedankengut welches die beiden verbreiten.

Es gibt immer wieder Wechsel zwischen den Jahren 1988/1989 und dem Jahr 1992, und wir als Leser wollen erfahren, was dazwischen passiert ist. Zudem wird abwechselnd aus der Sicht von Jana und Jacob erzählt, durch diese Wechsel erfahren wir was beiden passiert, in der Zeit des Umbruchs und der Trennung.

Fazit:
Mich konnte die Geschichte von der ersten Seite an überzeugen, vor allem der Schreibstil ist sehr schön, so dass sich das Buch schnell und gut lesen lässt. Meines Erachtens, hat das Buch Potential als Schullektüre, um den Schülern zu verdeutlichen, wie es zum Ende der DDR kam ohne dabei den Unterhaltungswert und die Geschichte außen vor zu lassen.

5 von 5

Vielen Dank an den Dressler Verlag und an Lovelybooks für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.
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1 Comment

  • Reply AnnA

    Tolle Rezi 😉
    Das scheint ja ein richtig tolles buch zu sein 😉 zwar mag ich das thema ddr nicht so gerne aber ich werde das buch mal im aige behalten
    danke für die empfehlung
    LG Anna

    9. August 2014 at 5:01
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