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[Piglet on Tour] Istrien – Kroatiens abwechslungsreiche Halbinsel

 

Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr von einem Urlaubsland ein bestimmtes Bild im Kopf habt, und dann überrascht es euch mit viel mehr Facetten? Genau so erging es mir in meinem Urlaub Ende Juni, das Reiseziel war die kleine Stadt Liznjan auf der Halbinsel Istrien in Kroatien. Ich hatte ehrlich gesagt kaum eine Vorstellung davon was mich erwarten würde, und glaubte, dass jede Stadt gleich ist und man überall nur Fisch essen kann. Aber am Ende dieses Berichts werdet ihr sehen, dass Istrien so viel mehr zu bieten hat.

Pula

Bereits der erste Ausflug in die Stadt Pula hat mich erstaunt, denn diese Hafenstadt hat eine unheimlich interessante Geschichte. Die Hauptsehenswürdigkeit in Pula ist das Amphitheater, welches durch Kaiser Augustus, nach der Übernahme der Stadt durch die Römer im Jahr 177 v.Chr., erbaut wurde. Es gehört zu den wenigen noch bestehenden Amphitheater und ist wirklich atemberaubend. Das gesamte Gebäude ist noch sehr gut erhalten und selbst die unterirdischen Gänge können besichtigt werden, dort wartet auf die Besucher noch eine kleine Ausstellung.

 

Amphitheater in Pula

 

Aber noch einmal zurück zur Geschichte, Pula war mit seiner Lage und seinen Gebäude besonders interessant, so dass nach dem Zerfall des weströmischen Reiches die Ostgoten die Stadt übernahmen. Kaiser Justinian eroberte im 6. Jahrhundert die Stadt für das Oströmische Reich zurück und sie wurde für die Byzantiner zu einem wichtigen Flottenstützpunkt, denn wie schon zuvor wurde die sehr gute Lage durch die Eroberer erkannt und ausgenutzt. Im 11. Jahrhundert unterwarf sich die Stadt freiwillig der Herrschaft der Republik Venedig, denn am Ende des byzantinischen Reichs stand die Stadt ohne Verbündete schlecht da. Dieses Bündnis zerbrach erst 1797 mit dem Ende der Republik Venedig, anschließend gehörte die Stadt zum Herrschaftsbereich der Habsburger, welches ab 1804 das Kaisertum Österreich war. Ihr seht, die Stadt hat viel Geschichte aufzuweisen, und vor allem das Bündnis mit der Republik Venedig lässt sich auch in den Gebäuden und Straßen der umliegenden Städte wiederfinden, so wie bei unserem nächsten Stopp, der Stadt Rovinj.

Gasse in Rovinj

Rovinj

Ebenfalls einen Ausflug wert ist die Stadt Rovinj, sie erlebte erst unter den Venezianern ihre Blütezeit. Das kann man im Stadtbild sehr gut erkennen, die kleinen und engen Gassen mit ihren Fensterläden und Fassaden erinnert ganz stark an Venedig. Auch die nah ans Meer gebaute Häuser, die teilweise steil nach unten ans Meer führen, lassen den Besucher ebenfalls an die italienische Metropole erinnern. Ich fühlte mich so wohl und war absolut begeistert vom Gefühl, welches beim Spazieren durch die Straßen aufkommt. Kleine Läden laden mit handgemachten Produkten und Essen zum Stehen bleiben und shoppen ein. Im Übrigen lohnt sich auch ein Besuch der auf dem Berg gelegenen Kirche der Heiligen Euphemia, die das Gesamtbild der Stadt dominiert. Der Weg in den oberen Kirchturm erfordert aber jede Menge Mut, denn die Stufen sind aus Holz, und dabei schmal und alt. Dennoch ist es der Blick absolut wert.

 

Treppen rauf zum Kirchturm

Lim Fjord

Ein Hauch von Norwegen weht ebenfalls durch die Halbinsel Istrien. Der Lim Fjord, der auch Limski-Kanal genannt wird, ist auf jeden Fall einen Abstecher wert und begeistert, bei guten Wetter, durch seine Naturschönheit, Größe und Einzigartigkeit. Natürlich konnten wir an ihm nicht vorbei und haben den Anblick der satten Grün- und Blautöne genossen. Auch wenn dadurch das Fernweh nach Norwegen erneut geweckt wurde. Wenn man es übrigens ganz genau betrachtet ist der Lim Fjord kein richtiger Fjord, sondern eine so genannte Ria, denn er entstand nicht durch einen Gletscher, sondern durch Flusstäler. Dennoch erinnert der Anblick mit den Bergen und dem sich hindurch windenden Wasser stark an einen Fjord.

 

Lim Fjord

 

Poreč

Poreč hat, ähnlich wie Pula, eine weit zurück reichende Geschichte, und damit verbunden viele Herrschaftswechsel. Die Euphrasius-Basilika, welche während der oströmischen Herrschaft im erbaut wurde, zählt zum UNESCO Weltkulturerbe und beeindruckt die Besucher durch die sehr gut erhaltenen Details und Verzierungen. Trotz ihres „hohen Alters“, sie wurde bereits 554 n.Chr. fertig gestellt, erstrahlt sie beim Betreten und man muss einfach erstaunt davon sein. Aber abgesehen von diesem beeindruckend Bauwerk hat mich in Poreč noch etwas ganz anderes fasziniert: es gab immer wieder Häuser im Stadtbild die im Kolonialstil erbaut wurden. Leider konnte ich nicht herausfinden, wieso sich genau dieser Baustil in Poreč so manifestiert hat, aber dadurch entstand für mich fast schon ein kubanischer Flair. Genau solche Häuser hatte ich nämlich auf meinen Reisen in das karibische Land entdeckt und war immer wieder entzückt über diese Bauart, sie jetzt auf der kroatischen Halbinsel anzutreffen, wo doch der „Nachbarort“ eher venezianisch geprägt ist, und sich in Pula sogar ein Amphitheater steht, hat mein kleines Herz höherschlagen lassen. Solltet ihr also in den Genuss kommen einmal einen Spaziergang durch Poreč machen zu können, dann achtet auf die Häuser und vielleicht stellt ihr dann auch fest, dass Kroatien so viel mehr als Meer und Fisch zu bieten hat.

Haus im Kolonialstil in Poreč

 

Medulin

Zugegeben Medulin ist eher als Camping- und Badeort bekannt, aber dennoch kann man auch hier etwas richtig Tolles entdecken: den abendlichen Jahrmarkt an der Hafenpromenade. Und dieser erinnerte mich, mit seinen Gerüchen, Geräuschen und der Stimmung ganz stark an die Jahrmärkte in den Filmen. In denen man bei warmen Sommertemperaturen abends in den bunten Lichtern versinkt, und sich mit Zuckerwatte und Autoscooter den Tag versüßt. Natürlich ist das kein so großes Spektakel wie eine historische Altstadt, aber dennoch hat es mir beim Besuch ein Lächeln auf die Lippen gezaubert, und ich denke genau darum geht es. Man möchte im Urlaub Spaß haben und die Seele baumeln lassen, und das war hier auf jeden Fall möglich.

 

Jahrmarkt in Medulin

 

Und damit bin ich auch schon am Ende meines kleines Reiseberichte. Ein Besuch von Istrien lohnt sich, wenn man mich fragen würde, auf jeden Fall, denn es gibt so viele tolle Orte zu entdecken. Außerdem ist mir mit dieser Reise klar geworden, dass man manchmal wirklich positiv überrascht werden kann von einem Land, bei dem man das eigentlich nicht erwartet hätte. Es gibt so viele tolle Orte auf der Welt zu entdecken, vor denen wir vielleicht jetzt noch zurückschrecken oder sie gar nicht in Betracht ziehen, weil sie uns, aus der Ferne betrachtet, zu langweilig oder öde erscheinen. Und vielleicht kennt ihr ja selber solche Orte oder Länder? Gern könnt ihr mir davon in den Kommentaren berichten, ich freue mich immer über neue Reisetipps.

 

Und zum Abschluss gibt es noch eines von 2.533.442 gemachten Bilder am Hafen, weil diese durchgängige bestehenden Hafenromantik einfach immer eingefangen werden muss. Und dennoch schafft es kein Bild genau abzubilden wie toll es ist, am Meer zu stehen, die salzige Luft zu atmen und den Geräuschen zu lauschen. Aber man kann es ja trotzdem versuchen …

 

 

Liebste Grüße,

Sandra

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2 Comments

  • Reply Ivy

    Liebe Sandra,

    ein wirklich toller Reisebericht mit so vielen schönen Eindrücken <3 Einer meiner Arbeitsklollegen fliegt regelmäßig nach Kroatien in den Urlaub und ist super begeistert. Auch mein Chef war letztes Jahr zum ersten Mal dort und hat so viel Positives erzählt. Seither möchte ich auch unbedingt mal hin <3

    Ganz liebe Grüße
    Ivy

    10. Juli 2018 at 18:18
    • Reply Sandra

      Liebe Ivy,

      na dann muss deine Reise unbedingt auch dorthin gehen. So viele positive Berichte können nicht lügen oder? Und es freut mich, dass dir der Bericht so gut gefällt :)!

      Liebe Grüße,
      Sandra

      10. Juli 2018 at 18:20

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