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[Rezension] Someone New – Laura Kneidl

Titel: Someone New
Autor: Laura Kneidl
Seitenzahl: 550
Verlag: LYX

 

Dieses Buch hat einen unheimlichen Raketenstart hingelegt. Nur wenige konnten, glaube ich, an Laura Kneidls neuer Geschichte vorbeikommen, und so ging es mir auch. Doch was steckt hinter Micahs Geschichte? Was steckt hinter dem Hype?

In einer Art Nacht- und Nebelaktion habe ich, vermutlich, eine der letzten Sonderedition von „Someone New“ bei Hugendubel bestellen können. Und weil einfach alle, also wirklich gefühlt alle, über dieses Buch gesprochen habe, wollte ich wissen was dran ist an dem Hype. Also wurde das Buch direkt nach dem Kauf angefangen zu lesen. Doch zuvor muss ich einfach die optische Aufmachung dieser Edition loben. Die Illustrationen innen und zwischen den Seiten sind einfach richtig toll gelungen und unterstreichen die Geschichte so wunderbar. Und auch das Cover ist wirklich so wundervoll, aber nun weiter mit dem Inhalt. 

 

Zu Beginn befinden wir uns direkt in einem Konflikt. Micahs Bruder Adrian  ist über Nacht mit wenigen Sachen ausgezogen, da seine Eltern nicht damit zurecht kommen, dass er homosexuell ist. Micah ist sauer auf ihre Eltern und will eigentlich nur noch weg, doch sie kann nicht. Denn Micah ist komplett finanziell abhängig von ihren Eltern, nur für sie studiert sie Jura, ein Fach, was sie zu Tode langweilt, und obwohl sie innerlich kocht und wütend ist, und dies ab und an ihren Eltern auch zeigt, ist sie immer wieder davon überzeugt bei Ihnen zu bleiben. Man kann sicherlich Micahs Haltung in gewisser Weise nachvollziehen, es ist eben einfacher ohne Geldsorgen zu studieren. Aber irgendwie löst sie sich auch nicht von den Eltern, zwar sagt sie irgendwann was sie denkt und sie sperren ihre Kreditkarten, aber selbst an diesem Punkt kann sie, dank Eigentumswohnung auf ihren Namen gekauft und einem Treuhandfond. Sie muss also eigentlich an keinem Punkt wirklich selbstständig werden, weshalb ich keine wirkliche Entwicklung bei ihr erkannt habe. Aber das Buch lebt ja auch von den anderen Charakteren.

 

Nach ihrem Auszug lernt sie ihren Nachbarn Julian kennen. Also eigentlich kennen sie sich bereits von einem vorherigen kurzen Treffen. Julian ist absolut introvertiert. Selbst seine Mitbewohner kennen ihn offenbar nicht wirklich. Zusammen mit seiner Katze lebt er in seinem Raum und scheint offenbar in Arbeit und Studium zu ersticken. Doch er balanciert all diese Lasten scheinbar ohne Probleme. Micah baut schnell eine Freundschaft zu Julians Mitbewohnern, Auri und Cassie, auf. Und ich muss gestehen, die beiden waren mir von Anfang an sympathisch. Stückweise haben sie für mich sogar die Geschichte mehr bereichert als Micah. Genauso verhält es sich mit Julian, trotz dass er so verschlossen ist, hat er mich immer wieder in seinen Bann gezogen, selbst als ich schon relativ früh sein „Geheimnis“ erahnt habe. Seine Lebensgeschichte und der Weg der ihn an diesen Punkt gebracht hat, und dann natürlich auch seine liebevolle Art, haben mein kleines Leserherz berührt.

 

Da ich lange gebraucht habe um Micah als Protagonistin gern zu haben, war für mich die ersten beiden Drittel der Geschichte teilweise sehr langatmig. Micahs Gedanken, und wir halten im Buch nur ihre Sicht, drehen sich oftmals immer wieder um dieselben Themen, ohne das sie wirklich voran kommt. Manchmal scheint es auch, als wäre es ihr Verschulden, da sie sich einfach nicht von ihren Eltern lösen will. Dennoch haben für mich hier vor allem die anderen Charaktere „gerettet“, denn auch wenn ich es absolut okay finde, wenn eine Protagonistin nicht sympathisch ist, so muss ich zumindest das Gefühl haben, die Geschichte geht voran und tritt nicht auf der Stelle. 

 

Fazit:

Warum ich dem Buch trotz der meines Erachtens schwachen Protagonistin 4 Sterne gebe? Wegen den ganzen anderen, bunten Charakteren in diesem Buch. Wegen der Thematik, die diese in die Geschichte bringen, und weil ich finde, der deutsche Buchmarkt braucht viel mehr Geschichten, ob nun fiktiv oder biografisch, die eine farbenfrohe Palette an Charakter bieten. 

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