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[Serienreview] „Game of Thrones“ – Das Ende und ein paar Gedanken dazu

Foto: EMILIA CLARKE als Daenerys Targaryen
© HBO

Die letzte Staffel ist zu Ende. „Game of Thrones“ ist Ende! Ein Ende, dass alle Fans zwar betrauern, aber dann Wiederrum es nicht erwarten konnte zu sehen. Auch ich habe eben die letzte Folge der letzten Staffel gesehen und will ein kurzes, spontanes Feedback geben. Aber seid gewarnt, natürlich gibt es Spoiler, und zwar ohne Ende!

SPOILERWARNUNG

Was hat mir and Staffel 8 gefallen?

Grundsätzlich auf jeden Fall die Musik! Wow! Also was Ramin Djawadi da gezaubert hat, ist einfach grandios und Oscar-würdig! Man kann sich über den Inhalt der Folgen streiten, aber musikalisch waren sie einfach richtig gut untermalt und haben, zumindest bei mir, für Gänsehaut gesorgt. Allem voran die Szene mit dem Nachtkönig, dieses Stück könnte ich sozusagen in Dauerschleife hören.

Außerdem waren die Kameraführungen und die Szenenbilder dieses Mal noch epischer. Ich glaube die Länge der Folgen sind vor allem dem geschuldet, dass man so viele tollen Szenenbilder hatte, die man einfach nicht rausschneiden wollte, und zum Glück hat man das nicht getan. Ich mochte so viele Einstellungen in der neuen Staffel. 

Auch inhaltlich, so ging es zumindest mir, war ich bis zum Ende der dritten Folge total dabei. Der Tod des Nachtkönigs konnte niemals das Ende der Staffel sein, denn heißt ja „Game of Thrones“ und nicht „Who kill the nightking“. Auch die Art wie er stirbt war so gut, es gab eine Prophezeiung, die man eben auslegen kann wie man möchte, es gab eine Frau die sich über Jahre hinweg als Assassine hat ausbilden lassen und es gab einen passenden Moment in dem die Verzweiflung am größten war, es hat einfach gepasst.

Foto: SOPHIE TURNER als Sansa Stark
© HBO

Was hat mir an Staffel 8 nicht gefallen?

Ich will an dieser Stelle gar kein zu großes Bashing betrieben, denn immerhin hat uns Game of Thrones über Jahre hinweg begeistert, begleitet, Freude gebracht oder zu Tränen gerührt. Es wäre also absolut unfair jetzt hier alles schlecht zu machen, dennoch gibt es zwei Punkte, die mich stören an dieser letzten Staffel.

Als erstes: die Charakterentwicklungen. Also hier bin ich echt enttäuscht, klar nicht jeder Charakter kann sich voll enden entfalten bei nur 6 Folgen, aber in meinen Augen waren die Handlungen von Jon Snow, Jaime Lannister und Daenerys Targaryen irgendwie nicht ganz schlüssig oder überstürzt. Besonders bei Jaime hat es mir absolut weh getan, denn er hat, bis Folge 5 Staffel 8, eine so krasse 180 Grad Wendung gemacht und dann passt diese eine Folge, meines Erachtens, nicht in diese Entwicklung. Bei Jon und Daenerys spielt er der Störfaktor Nummer Zwei eine Rolle.

Es fehlte an Zeit! Immer wieder hatte ich beim Schauen der Folgen das Gefühl, man wollte einfach schnell fertig werden. Haben Jon und Daenerys in der letzten Folge der siebten Staffel das erste Mal Sex, so gesteht er ihr quasi direkt darauf schon die Liebe, und irgendwie wirkt das alles so überstürzt. Ich möchte gar nicht anzweifeln, dass ein Charakter wie Jon sich genauso entwickeln kann, wenn man ihm eben genug Zeit gegeben hätte. Ebenso auch bei Daenerys, ihre Entwicklung war für mich zu übersetzt und wirkte dadurch unrealistisch. Hätte man ihr mehr Zeit gegeben, sich in diesen, sorry für die Worte, grauenvollen Menschen zu verwandeln, dann hätte es auch nicht so falsch und überhetzt gewirkt. 

Foto: NIKOLAJ COSTER-WALDAU als Jaime Lannister
© HBO

Charaktere, die ich vermissen werde

Tyrion: Ganz klar, dieser kleine Mann hat sich absolut in mein Herz gespielt. Lässt er am Anfang noch alles wie einen Spaß aussehen, merkt man schnell, dass er das Herz am rechten Fleck hat und eigentlich immer versucht die moralisch richtigen Entscheidungen zutreffen. Dabei erlebt er immer wieder Enttäuschungen und wirklichen Herzschmerz, was mir selbst auch beim Zusehen weh getan hat. Ganz klar, für Tyrion würde ich die gesamte Serie noch einmal schauen, um seine Entwicklung immer wieder zu bestaunen. Zudem ist er derjenige, der das wohl beste Zitat in der Serie gemacht hat:

„Vergiss nie, was du bist, der Rest der Welt tut es auch nicht. Trage es wie eine Rüstung, dann kann es nie dazu benutzt werden, dich zu verletzen.“

 

Jaime: Okay, sein Ende war einfach absolut unpassend, und für meine Beurteilung lasse ich die letzten zwei Folgen der achten Staffel aus. Denn bis zu diesem Moment hat Jaime eine echt geniale Entwicklung hingelegt. Vom anfänglichen Hassmensch schlechthin, wurde er mit jeder Staffel sympathischer und ein besserer Mensch, bis zu dem Moment, als er sich von Cersei abwendet, der Person, die so lange sein Leben vergiftet hat. Ich mochte Jaime total, und noch heute erinnere ich mich an den Moment, als ich meine Meinung über ihn geändert habe, als er Brienne die „Königshöfer“-Geschichte erzählt. 

 

Sansa: Sie war irgendwie ein Überraschungsei, ganz am Anfang fand ich sie absolut furchtbar. Total arrogant und fixiert darauf Königin zu werden. Und dann hat sie eine richtig geniale Entwicklung hingelegt, als sie erkannt hat, was alles falsch läuft, wer Jeoffrey wirklich ist, hat man mit jeder Folge gesehen, dass sie erwachsener geworden ist und realisiert hat, wie Die Welt tickt. Und ihr Ende war so verdient! Endlich ist sie die Königin des Nordes, sie die alles überstanden hat, all die Qualen und Schmerzen, die ihrem Haus treu war und den Norden im Herzen trägt. Sansa, you are a real queen!

Foto: PETER DINKLAGE als Tyrion Lannister
© HBO

Und was passiert jetzt?

Das weiß aktuell, glaube ich, niemand so richtig. Die eine Hälfte hofft darauf, dass George R. R. Martin endlich die letzten Bücher veröffentlicht, damit wir auch sein Ende kennen. Die andere Hälfte hofft auf die angekündigten Spin-Offs zur Serie, damit man erneut in die Welt von „Game of Thrones“ abtauchen kann. Und ich gehöre irgendwie zu beiden Hälften. Nachdem Ende habe ich mir vorgenommen alle Bücher zu lesen. Zwar habe ich vor Jahren mal den ersten Band gelesen, dann aber relativ schnell auf die Serie gewechselt und nun möchte ich unbedingt auch die Bücher lesen. Aber natürlich hoffe ich auch auf Spin-Offs, denn mal ehrlich, die Welt von „Game of Thrones“, mit all ihren Sagen und Geschichten, hat noch so viel Material zu liefern. Und ich hoffe, man wird uns hier noch mehr geben, um die Sensationslust zu befriedigen.

Und wie sieht es bei euch aus?

Habt ihr die letzte Folge schon gesehen? Wie fandet ihr die letzte Staffel mit all ihren Entwicklungen? Schreibt mir in den Kommentaren was ihr denkt!

 

 

Eure Sandra

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1 Comment

  • Reply Ivy

    Liebe Sandra,

    in einem Punkt kann ich dir voll zustimmen: fehlende Zeit. Ich bin auch der Meinung, dass alles ein wenig zu überstürzt wirkte. Ein paar Folgen mehr hätten der finalen Staffel jedenfalls gut getan.

    Welches Argument ich allerdings überhaupt nicht unterschreibe ist, dass die Serie ja „Game of Thrones“ heißt und das schnelle Ende des Nachtkönig daher „okay“ war. Es heißt auch „Das Lied von Eis und Feuer“ und nachdem der Handlungsstrang betreffend die weißen Wanderer und den Nachtkönig soooo aufgeputscht wurde, war es einfach viel zu schnell vorüber und – in meinen Augen – absolut lahm. Es gab bis zum Ende nicht mal eine Erklärung, was mich richtig richtig ärgert und absolut enttäuscht. Hier hätte ich mir viel viel mehr vorgestellt; etwas größeres, epischeres .

    Hinsichtlich der Charakterentwicklung bin ich leider auch enttäuscht, besonders was Jaime angeht. 7 Staffel Entwicklung quasi für die Katz. Und dann auch noch Cerceis Tod? Ich glaube ich habe mich noch nie so sehr über einen Tod aufgeregt – nachdem Endboss Nr. 1 durch einen Pikser stirbt, wird Endboss Nr. 2 von einem Stein erschlagen – richtig richtig lahm. Ich rege mich immer noch auf, wenn ich drüber nachdenke haha 😀

    Daenerys Entwicklung ist meiner Meinung das Einzige an Staffel 8, was wirklich so richtig Sinn ergibt. Ich kann den Ärger um ihre Entwicklung leider nicht ganz nachvollziehen, da von Beginn an Hints gedropped wurden, dass sie zur irren Königin wird. Okay, vielleicht hätten sie das ganze ein wenig auffälliger machen können, vielleicht wirkt es daher auf viele überstürzt – ich für meinen Teil allerdings finde, dass man ihren „Werdegang“ so hätte auf jeden Fall erahnen können. Ihr Ende ging mir persönlich zwar viel zu schnell (so wie leider viel zu viel in der letzten Staffel) aber Dank Drogon (nicht dank Jon) wurde ihr Ende dann ja doch noch richtig dramatisch. Ich habe so geheult, als Drogon um sie getrauert hat.

    Jon mochte ich von Folge zu Folge leider auch immer weniger. Er war blind vor Liebe und seine Handlungen daher teilweise „out of character“. Leider haben viel zu viele OOC gehandelt, was vermutlich auch daran lag, dass einfach viel zu wenig Zeit da war.

    Insgesamt hat mir die letzte Staffel nicht so gut gefallen. Ich bin von epischen Schlachten, schockierenden Momenten und regelrechten WTF Momenten ausgegangen, leider haben sich meine Hoffnungen diesbezüglich nicht erfüllt. Selbst die Schlacht von Winterfell hat mich kalt gelassen.

    Wo ich allerdings noch zustimme sind die grandiosen Bilder und die atemberaubende Musik! Absolut klasse und allein dafür lohnt es sich, die letzte Staffel anzuschauen.

    Die letzte Folge hat mich dann tatsächlich ein wenig versöhnlicher gestimmt. Die erste halbe Stunde fand ich nervig, doch den Rest fand ich richtig gut; ich mochte die Lösungen, ich würde bezüglich des neuen Königs überrascht (ich hatte mit allem gerechnet, nicht aber hiermit) und war überglücklich, dass wir alle noch mal zu Gesicht bekommen haben, selbst Geist. Jeder hat ein verdientes und passendes Ende bekommen. Ich bin auf jeden Fall zufrieden mit dem Finale, auch wenn es mich nicht aus den Socken gehauen hat.

    Und jetzt freue ich mich darauf, die Bücher weiterzulesen – die gefallen mir nämlich tatsächlich besser als die Serie 
    Liebste Grüße
    Ivy

    21. Mai 2019 at 10:02
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