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[Rezension] Auf einer Skala von 1 bis 10 – Ceylan Scott

Titel: Auf einer Skala von 1 bis 10
Autor: Ceylan Scott
Seitenzahl: 224
Verlag: Chicken House
Originaltitel: On a scale of 1 to 10
Übersetzer: Beate Schäfer

Vielen Dank an den Chicken House-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars! 

Tamar sitzt in Lime Grove, einer geschlossenen Jugendpsychiatrie und der Grund dafür ist Iris. Aber Iris ist nicht mehr da und in Tamar schlummert nur noch ein Monster, welches sich immer Macht in ihr erkämpft. Und solange es an der Macht ist, kann Tamar nicht darüber reden, was mit Iris passiert ist. 

Dies ist das erste Werk von Ceylan Scott und entstanden sind die ersten Kapitel, während sie selbst in der geschlossenen Abteilung war. Das macht dieses Werk zu etwas ganz speziellen und zu einem Own-Voice-Roman, auch wenn es keine Autobiografie ist. Man merkt bei manchen Sätzen und dem Schreibstil, dass es der erste Roman ist, dennoch muss ich gestehen, dass ich in diesem Fall darüber hinweg gesehen habe. 

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir sehr leicht, man erlebt einen kurzen Flashback zu einer Szene zwischen Tamar und Iris und setzt sich dann sofort mit Tamar und ihren Gefühlen auseinander. Und diese sind fulminant und teilweise schnell wechselnd, wie Gedanken eben sind. Tamar setzt sich mit vielen Dingen auseinander, kämpft gegen ihr Monster und versucht stets die Frage von Dr. Flores – „Wie fühlst du dich auf einer Skala von 1 bis 10?“ – zu beantworten. Sich zu öffnen fällt ihr verständlicherweise schwer. Und zurecht gibt es zu diesem Buch eine Triggerwarnung.

Auch die anderen Patienten tragen ihre Geschichte mit sich rum und sind interessant und tragen zu Tamars Geschichte bei. Wir erleben Tamar nur während ihres Aufenthalts und er Klinik, was die Augen öffnet und meiner Meinung nach authentisch präsentiert, wie das Leben durch eine psychische Krankheit beeinflusst wird. Das Buch erzählt damit eine sehr tief gehende Geschichte in der es um Depressionen, Borderline, Angstzustände und Selbstmordgedanken geht. Dabei ist Ceylan Scott schonungslos ehrlich und unverblümt.

Fazit:

Mich hat die Geschichte von Tamar total mitgenommen, und ich wollte gern noch über das Ende hinaus erfahren wie es weitergeht. Ceylan Scott schafft ein Own-Voice-Debütroman, der zwar einen leichten holprigen Schreibstil hat, aber dafür mit realistischen, ehrlichen Gedanken und Gesprächen daher kommt und den Leser intensiv zeigt, was es mit Mental Health auf sich hat. 

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