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[Rezension] Auf der Suche nach dem Kolibri – Ava Dellaira

Titel: Auf der Suche nach dem Kolibri
Autor: Ava Dellaira
Seitenzahl: 400
Verlag: Magellan Verlag
Originaltitel: In Search of Us
Übersetzerin: Jessika Komina, Sandra Knuffinke

Vielen Dank an Magellan-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

 

Angie und und ihre alleinerziehende Mutter Marilyn sind ein tolles Gespann. Mit viele Liebe und Zuspruch erzieht Marilyn ihre Tochter, doch dieses vertraute Verhältnis erhält Risse, als Angie durch Zufall alte Fotos entdeckt und zudem erfährt, dass ihre Mutter sie belogen hat. Und so stellt sie sich den Fragen, die ihre Leben ändern werden: Wo kommt sie her? Wie war ihr Vater? Und lebt er womöglich noch?

 

Ava Dellaira ist keine unbekannte Autorin für mich. Ihr Roman „Love Letters to the Dead“ hat mich bereits vor Jahren in seinen Bann gezogen und sehr lange nicht losgelassen. Meine Erwartungen an diesen neuen Roman aus ihrer Feder waren also etwas höher als gedacht, und – Spoiler – ich wurde nicht enttäuscht. 

 

Der Einstieg ins Buch wird durch Angie gemacht. Sie wirkt zunächst etwas distanziert und irgendwie grumpy, auch wenn der Leser noch nicht genau weiß warum. Wir erfahren lediglich, dass sie mit Sam, einem Freund, nach Los Angeles fährt um dort ihren Wurzeln auf die Spur zu kommen. Das Buch erzählt dabei immer in zwei verschiedenen Zeitachsen, einmal aus der Sicht von Angie, welche im heute lebt, und 16/17 Jahre zuvor erleben wir die Geschichte ihrer Mutter Marilyn. Angies Verzweiflung und Haltlosigkeit im Leben, vermutlich ausgelöst durch das Fehlen einer Familie, denn sie hat nur ihre Mutter, ist in ihren Kapiteln ganz deutlich zu spüren und nimmt den Leser total mit. Ich wollte immer zu, dass Angie endlich die Wahrheit erfährt und ankommen kann im Erwachsenenleben.

 

Ganz anders ist die Geschichte von Marilyn, sie erzählt von einem Mädchen, das zwar ebenfalls mit einer alleinerziehenden Mutter groß wird, diese Mutter sieht in ihr allerdings nur eine Geldmaschine. Marilyn soll, wenn es nach ihrer Mutter geht, nämlich ganz groß raus kommen in Hollywood und dafür setzt ihre Mutter alles ein, inklusive Marilyns Kindheit. Als die Geldnot sie zwingt zu ihrem Onkel Woody zu ziehen, scheint es das Schicksal gut mit Marilyn zu meinen, denn ihr Nachbar James fällt ihr sofort ins Auge. Die beiden Freunden sich an und Gefühle, die für Marilyn neu sind, kommen ins Spiel. 

 

Direkt am Anfang ist schon klar, dass James der Vater von Angie ist. Nicht nur, dass dies durch kleine Hinweise deutlich wird, sondern passen sowohl das Alter als auch die dunkle Hautfarbe von James zu Angie, deren Mutter Marilyn weiß ist. Die Liebe zwischen James und Marilyn achtet nicht auf die Hautfarbe, die Menschen um sie herum leider schon. So lässt Ava Dellaira immer wieder Alltagsrassismus in ihren Text einfließen, um mit dem Finger darauf zu zeigen und zu verdeutlichen wie falsch dieses Verhalten ist. Das dies zu Angies Identitätsproblem beiträgt ist verständlich. Das Drama, welches sich innerhalb der zeitlich versetzten Geschichten von Mutter und Tochter entwickelt, beginnt zwar nur schleichend, aber baut sich mit jeder Seite immer mehr auf.

 

Vor allem Ava Dellairas Schreibstil und ihr Talent mit Worten umzugehen, trägt dazu bei, dass man unbedingt weiterlesen will. Ava Dellaira schafft mit Worten eine Zauberei, die nur wenige Autoren vollbringen, man liest sich weg, ist fasziniert von dem was zwischen den Zeilen steckt und möchte bestimmte Passagen immer und immer wieder lesen, weil es so wundervolle Zitate sind. Man merkt es schon, dieses Buch hat mir einfach auf so vielen Ebenen gefallen.

 

Fazit:

Dieser Zwei-Generationen-Roman fängt ganz leicht an und haut einen beim Lesen direkt um. Das Buch wegzulegen war nur schwer möglich, immer wieder siegte die Neugier, zu erfahren, wie sich die verschiedenen Fäden letztendlich miteinander verbinden. Eine Geschichte mit viel Wahrheit, Tiefgang und einem Ende, dass noch lange zum Nachdenken anregt.

 

 

 

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