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[Literarisches Leipzig] Bibliotheca Albertina

Heute gibt es wieder einen neuen Beitrag rund um das „Literarische Leipzig“. Dieses Mal geht es an einen meiner allerliebsten Orte in der Stadt, der Bibliotheca Albertina. Wenn man mich nach Orten fragt, die man in Leipzig gesehen haben muss, dann zählt diese Bibliothek immer dazu. Doch auch dieses Gebäude eine aufregende und spannende Geschichte zu erzählen.

Der Name der Bibliothek, welche übrigens auch in meinem Banner für diese Beitragsreihe zu sehen ist, geht auf König Albert von Sachsen zurück. Nach ihm sind oder waren einige Gebäude, Brücken und Straßen in Leipzig benannt, wie z.B. König-Albert-Brücke, Albertstraße (heute Riemannstraße) oder das König-Albert-Haus in der Innenstadt. Die Bibliotheca Albertina wurde zwischen 1887 und 1891 nach einem Entwurf von Arwed Rossbach errichtet. Arwed Roßbach ist ebenfalls ein namenhafter, sächsischer Architekt, welcher das Stadtbild durch seine Entwürfe maßgeblich geprägt hat. So ist ihm das heutige Aussehen des Musikviertels, in welchem auch die Bibliotheca Albertina liegt, zu verdanken. Zu seinen Ehren wurde vor einigen Jahre eine Berufsschulzentrum in Leipzig-West umbenannt in Arwed-Rossbach-Schule (auf der ich übrigens mein Abitur erlangt habe). 

Bibliotheca Albertina
Hauptportal der Bibliotheca Albertina – Foto: Sandra Richter

Die wohl schwerste Phase der Bibliotheca Albertina war die des zweiten Weltkriegs und die Zeit danach. Bei einem Luftangriff im April 1945 wurde das Gebäude schwer getroffen, nur der linke Gebäudeteil blieb verschont. Zwar wurden die Bestände und Kataloge bereits vorher in Sicherheit gebracht, dennoch blieb die Bibliotheca Albertina lange Zeit in dem Zustand einer Ruine. Ähnlich wie bei anderen, durch den Weltkrieg zerstörten, Gebäude der ehemaligen DDR, fehlte die finanziellen Mittel zum Wiederaufbau. Fotos und Texte zum Wiederaufbau und Bibliothekswesen vor den Weltkriegen findet ihr übrigens in der Bibliotheca Albertina selbst. In großen Fotodrucken im linken Flügel nach dem Hauptportal, könnt ihr noch einmal auf die Vergangenheit zurückblicken. Falls ihr es nicht so schnell nach Leipzig schafft, und dennoch mehr sehen wollte, dann schaut doch mal hier vorbei: Ausstellung zur Bibliotheca Albertina.

Bibliotheca Albertina
Bibliotheca Albertina – Quelle: Deutsche Fotothek, Download über Wikipedia

Zum heutigen Bestand der Bibilothek zählen 5,5 Millionen Bände, aufgeteilt in Magazine und Freihandbereiche, sowie Handschriften, Autographen und Sondersammlungen. Dazu zählen im Übrigen auch die sogenannten Leipziger Weltchroniken, die bisher älteste bekannte Weltchronik in Papyrusform. Insgesamt aus fünf Papyri bestehend werden sie zeitlich in das 2.Jahrhundert n. Chr. datiert und vermutlich keine einzelnen Papyri, sondern eine gesamte Papyrusrolle waren. Neben dieser Weltchronik befindet sich ein fast noch interessantes Fundstück in der Papyrus- und Ostrakasammlung, der Papyrus Ebers. Diese stammt aus dem alten Ägypten (vermutlich um 1525 v. Chr.) und ist eine medizinische Abhandlung. Dieser einmalige Fund, welcher 1873 in Luxor für 300 Pfund durch Georg Ebers erworben wurde, misst eine Länge von 18,63 Metern und ist 30 Zentimeter hoch. Die Papyrusrolle wurde, um sie in unserem Klima zu erhalten, in 29 Teile zerschnitten. Diese sollen ab kommenden Jahr für Besucher der Bibliotheca Albertina zugänglich gemacht werden. In Glasvitrinen im Eingangsbereich kann dann auf diese uralten, einmaligen Fundstücke ein Blick geworfen werden (Quelle: Artikel der LVZ.) Ein Besuch im kommenden Jahr lohnt sich also in doppelter Hinsicht. Wer schon jetzt einen Blick auf die digitalisieren Faksimile werfen will, der wird hier fündig: papyrusebers.de.

 

Heute, wie auch zu ihrer Entstehung, ist die Bibliotheca Albertina das Hauptgebäude der Universitätsbibliothek Leipzig. Seine neue imposante Gestalt und die zahlreichen, medialen Möglichkeiten sorgen für eine tolle Atmosphäre. Und auch wenn man „nur mal Schauen will“, ist dieses Gebäude der perfekte Anlaufpunkt. Geht man nämlich nachdem Betreten durch das Hauptportal direkt nach links, so gelangt man ins Café Albi, welches des perfekte Flair für einen ruhigen Nachmittag bei Kaffee, Gebäck und entspannten Gesprächen sorgt. Außerdem gibt es wechselende Ausstellungen in den Räumlichkeiten der Bibliotheca Albertina, mehr dazu findet ihr unter Bibliotheca Albertina.

Wieder einmal hoffe ich, es ist mir gelungen euch das literarische Leipzig näher zu bringen. Solltet ihr einen Besuch in Leipzig planen, dann schaut unbedingt bei der Bibliotheca Albertina!

Eure Sandra

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1 Comment

  • Reply Leserkanone

    Sehr schöner Beitrag.
    Auch wenn die Schönheit des Gebäudes im Laufe der Zeit ein wenig verlorengeht, wenn man darin monatelang für Prüfungen büffeln muss. 😉

    17. November 2019 at 20:31
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