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[Rezension] Die Schönste im ganzen Land – Serena Valentino

Titel: Die Schönste im ganzen Land
Autor: Serena Valentino
Seitenzahl: 272
Verlag: Carlsen
Originaltitel: Fairest of All: A Tale of the Wicked Queen
Übersetzerin: Ellen Flath

Vielen Dank an den Carlsen-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Was machte die Königin so böse, dass sie um der Schönheit willen, ihre Stieftochter verfluchte und töten wollte. Genau dieser Frage widmet sich das Buch „Die Schönste im ganzen Land“ und blickt damit hinter die Fassade der Königin.

Die Geschichte beginnt mit einem eigentlich romantischen Einstieg, denn der König sieht in der Königin die schöne Frau die sie ist, während sie keinerlei Selbstwertgefühl hat und nur als arme Tochter des Spiegelmachers lebt. Man gewinnt Empathie für sie, und letztendlich werden ihre Wünsche erfüllt und sie heiratet den König. Am Hof lebt auch noch Schneewittchen, das Kind des Königs. Und entgegen der Erwartungen liebt die Königin ihr Täubchen, sie behütet sie wie ihr eigenes Kind, liebt sie und verbringt so viel Zeit wie nur möglich mit ihr. Als der König in den Krieg ziehen muss, halten die beiden einander fest und warten sehnsüchtig auf die Rückkehr des Königs. Bis zu dieser Stelle war ich absolut verwundert, denn wie konnte es jemals dazu kommen, dass die Königin Schneewittchen irgendwann töten möchte?

Genau an dieser Stelle hat das Buch für meinen Geschmack an Unterhaltungswert verloren. Man hatte das Gefühl, es wurde verzweifelt versucht die böse Königin in ihre Ecke zu zwängen, ohne dabei jedoch irgendwie feinfühlig heran zugehen. Statt eventuell die Königin von Beginn an als eifersüchtigen Menschen zu betrachten, zeichnete man sie liebevoll, und nach den ersten 100-150 Seiten brauchte man offensichtlich einen Grund, um sie jetzt so schnell wie möglich umzukehren. Als wurden drei Hexen als Antagonisten eingeführt, und diese hatten die Aufgabe einfach nur das Böse darzustellen. Auf mich wirkte dieser schnelle Wechsel, nachdem man über Seiten hinweg gezeigt hat, wie sehr die Königin Schneewittchen liebt, zu sprunghaft und aufgezwungen. Die Königin lässt sich durch einen verzauberten Spiegel und einer plötzlich aufkommenden Gier nach Schönheit verleiten.

Die Idee selbst finde ich toll, endlich mehr zu den Bösewichten des Disney-Universum zu erfahren, ohne dass dabei nur der Film noch einmal erzählt wird. Grundsätzlich hat es auch Spaß gemacht zu erfahren, wer der Mann im Spiegel wirklich ist, und wie die Königin vor ihrer Heirat gelebt hat. Die Entwicklung der Königin, und dabei meine ich die Entwicklung vom schüchternen Mädchen zu einer selbstbewussten Frau und Mutter, ist absolut gelungen und hat beim Lesen so viel Spaß gemacht. Auch die Beziehung innerhalb der kleinen Familie war wunderschön anzusehen.

 

 

Fazit:

Insgesamt konnte mich „Die Schönste im ganzen Land“ nur bedingt begeistern, der Beginn und die Entwicklung der Königin ist interessant, doch gerade im letzten Drittel des Buches waren mir die Umschwünge und Entwicklungen zu schnell oder nicht nachvollziehbar. Um dorthin zu gelangen wurden Antagonisten erschaffen, die erzwungen wirkten. Insgesamt fing die Geschichte stark an, wurde mir dann aber zu schnell abgehandelt.  

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